SC Bettembourg : Erfolgstrainer Nunes macht Pause

Ohne Daniel Nunes Fereira würde der SC Bettembourg heute nicht der Verein sein, der er aktuell ist. Doch nicht nur sein Verein hat ihm so einiges zu verdanken auch die nationale Frauenfußball-Szene profitiert seit Jahren von seinen Leistungen und dem, was er von Grund auf in Bettembourg aufgebaut hat. Es war im Jahr 2012 Nunes höchstpersönlich, der die Damenmannschaft beim SC Bettembourg ins Leben rief und sie seit dem kontinuierlich verbesserte und so zu nationalen Titeln und für die Frauen unvergessliche internationale Erfahrungen führte. Nun am 31. Oktober 2019 tritt er zumindest temporär von seinem Amt als Trainer zurück.

Können sie uns die Entscheidung zurückzutreten etwas genauer erklären?

Daniel Nunes: „Eigentlich habe ich bereits letzten Sommer daran gedacht eine kleinere Pause einzulegen. Damals habe ich mit dem Vorstand zusammen entschieden dann doch in die neue Saison zu gehen. Doch vor allem die Champions League hat damals sowohl physisch als auch mental sehr viel Kraft gekostet. Das Feuer in mir hat einfach ein wenig gefehlt. Dazu war ich der Meinung, dass auch meine Mädels ein wenig neuen Wind gut gebrauchen könnten. Ich habe halt auch ein Leben Abseits des Platzes und eine Arbeit, es war sowohl mental als auch physisch an der Zeit an mich zu denken.“

Wie war, das Gefühl ihre Mannschaft in andere Hände übergeben zu müssen?

Daniel Nunes: „Ich habe die Mannschaft selbst vor sieben Jahren gegründet und natürlich war es nicht einfach die Mannschaft zu übergeben. Ich wollte unbedingt weitermachen und habe lange mit mir selbst gekämpft. Doch irgendwann musste ich einsehen, dass ich meinem Körper diese Pause schulde. Nach einem Gespräch mit meinem Kapitän habe ich mich dazu entschieden noch das Racing-Spiel mitzunehmen und sie für dieses wichtige Spiel nicht alleine zu lassen. Jetzt ist es natürlich unglaublich schwer die Mannschaft abzugeben und wenn ich ehrlich bin, habe ich es auch noch nicht richtig realisiert.“

Nach so vielen Jahren Aktivität wird es ihnen schwerfallen am Samstag-Abend nicht an der Seitenlinie zu stehen?

Daniel Nunes: „Ich bin dieses Wochenende nicht da. Es wäre aber auch verdammt schwierig gewesen anwesend zu sein, selbst wenn ich natürlich trotzdem traurig darüber bin. Dennoch vertraue ich Yves (Yves Block, der neue Trainer), dem Staff und natürlich meinen Mädels, dass sie das Beste draus machen. Ich werde weiterhin die Spiele verfolgen kommen und bin auch weiterhin für jede einzelne meiner Spielerinnen so da wie zuvor. Es sind einfach meine Mädels und ich liebe jede einzelne von ihnen. Es tut mir unglaublich Leid nicht mehr ihr Trainer zu sein.“

Allerdings verrät Nunes auch, dass sein Rücktritt temporärer Natur ist und aktuell nur bis zum Winter sicher. Was danach passiert kann er aktuell aber noch nicht entscheiden.

Die Reaktionen der Spielerinnen:

Kate Thill (17):

„Natürlich ist es nie schön mitgeteilt zu bekommen, dass ein Trainer aufhört. Aber in Danis (Spitzname für Daniel) Fall war es umso trauriger. Er hat das Projekt der Damen beim SC Bettembourg selbst auf die Beine gestellt. Er war nicht nur unser Trainer und hat uns sehr viel beigebracht, er war auch ein Mensch der für jede einzelne Spielerinn da war und geholfen hat, wo er nur konnte. Deswegen tut es der Mannschaft natürlich umso mehr weh, dass er geht. Wir haben auch erst gestern davon erfahren, allerdings wurde bereits länger darüber spekuliert. Natürlich war es kein schöner Moment, doch wir müssen seine Entscheidung respektieren […]“

Amélie Albrand (21):

„Ich stehe persönlich zu 100 % hinter ihm und unterstütze ihn egal um, was es geht, ob Fußball oder Privat. Natürlich bin ich dennoch traurig… es hat mich wirklich berührt, wenn man einem allerdings nur das Beste wünscht, muss man, das manchmal einfach so hinnehmen. Natürlich ist es keine einfache Situation für die Mannschaft, vor allem auch für mich da ich fast von Anfang an dabei bin und seinen Weg quasi mit gegangen bin. Aber wir werden das als Mannschaft meistern und jeden Sieg, den wir gemeinsam als Mannschaft holen, werden wir auch ihm widmen, um ihn wieder aufzumuntern.“

Interview von Daniel Baltes