Aktuell befindet sich der 18-Jährige Tim Thull mit seiner Trainerin und den besten U20 und U18 Läufern aus Luxemburg in einem Trainingslager in Spanien. Rund anderthalb Stunden entfernt von Barcelona heißt es für ganze zwei Wochen, voller Fokus auf den Sport.
Eigentlich war das Herz von Tim ziemlich früh bereits zwei anderen Sportarten vorbehalten. Fußball bei Minerva Lengten und Karate im Nationalkader, der Junge war von Grund auf absolut sportbegeistert. Doch die Olympischen Spiele und der Sprint-Superstar Usain Bolt sollten seine Aufmerksamkeit für sich gewinnen. „Als ich seine Leistungen damals sah, wie er den Weltrekord brach, wollte ich unbedingt auch mit dem Laufen anfangen“ erinnert sich Tim zurück an seine anfänglichen Beweggründe. Im Alter von 10 Jahren also schloss er sich dem Leichtathletik-Klub Celtic aus Diekirch an. Hier kristallisierte sich schnell sein Talent als Läufer, genauer noch als jener über Mitteldistanz heraus. Obwohl er sich seitdem darauf fokussiert der bestmögliche Läufer zu werden, beteuert seine Trainerin immer wieder keine reinen Läufer ausbilden zu wollen, für Maria Paszos ginge es darum Athleten zu formen.
„Das Laufen ist für mich mehr als nur ein Sport, es ist fast wie eine Schule fürs Leben“ philosophiert Tim über die Bedeutung des Laufens nicht nur für sein Leben. Disziplin, Kampf und Selbstwahrnehmung, alles Attribute, welche einem durch das Laufen näher gebracht werden. „Dazu befindet man sich häufig in der Natur und kann durch die Wettkämpfe im wieder neue Orte kennenlernen“ führt er begeistert weiter. Das wohl bisher größte Erlebniss für Tim war die Teilnahme an der Cross-Weltmeisterschaft in Aarhus, Dänemark, vor wenigen Wochen. Weil sich der eigentliche Luxemburger-Starter verletzte, beschloss der Verband den besten U20 Läufer nachzunominieren. „Eigentlich hatte ich es sportlich nicht verdient an dieser Weltmeisterschaft teilzunehmen, denn es gibt noch viele, die besser sind als ich und die waren nicht dabei“ fasste Tim kurz danach zusammen. „Trotzdem war es natürlich eine mega Erfahrung, es war alles viel größer viel professioneller als sonst. Ich weiß jetzt, dass es noch viel Luft nach oben gibt. Es war einfach toll sich mich den Besten messen zu dürfen.“
Für die Zukunft hat sich der junge Mann auch schon einige Ziele ausgeguckt: „In erster Linie sind die Spiele der kleinen Ländern das Ziel, doch langfristig, vorausgesetzt meine Entwicklung verläuft optimal, strebe ich die Teilnahme an einer Europameisterschaft an“ verrät er bodenständig seine Zukunftsvisionen. Doch nicht nur für seine sportliche Zukunft hat Tim bereits einen Plan, auch schulisch und beruflich lässt er sich nicht von seiner Piste abkriegen. Aktuell besucht er eine „2ième D“ im „INS Sportslycée“ und weiß auch schon genau was danach kommen soll: „Nach meinem Abschluss, würde ich gerne Sport an der Sporthochschule in Köln studieren und dann den Beruf des Sportlehrers anstreben.“
Daniel Baltes
