Noémie Pleimling wuchs in einem äußert sportlichen Umfeld auf, dass die heute 25-Jährige sehr früh eine Verbindung zum Sport aufbaute, kam also nicht von Ungefähr. Dennoch waren gerade die Anfänge ihrer Karriere nicht gerade eine Bilderbuch-Story.
„Als ich ganz klein war, ging ich mit meiner Schwester zum Baby-Turnen. Da gab es eine Frau, die auch in der Leichtathletik das Training absolvierte. Meine zwei Jahre jüngere Schwester ist da dann auch ziemlich früh hingegangen“ erzählt Noémie wie die Verbindung zu Leichtathletik entstand. Nachdem sie meist nur aktiver Zuschauer bei den Trainings ihrer Schwester war, musste sie auf Nahelegen ihrer Eltern sich dann doch schlussendlich den Trainings anschließen.
„Ich war allerdings nur ganz kurz im Verein. Danach habe ich bis 2010 mit meinem Vater trainiert, bevor ich mich der Nationaltrainerin, Sonia Ilieva, anschloss“ fasst die 25-jährige ihren Werdegang ganz kurz zusammen. Bereits ein Jahr ehe sie sich dem Nationalkader anschloss stand mit der Teilnahme an der U18 WM in Italien der erste große Erfolg an. Ebenfalls 2009 brach die damals erst 15-Jährige zum ersten Mal den nationalen Rekord im Speerwerfen. Darauf folgten bis zum jetzigen Zeitpunkt übrigens zwölf weitere rekordbrechende Würfe. Das Jahr 2010 sollte dann mit der Teilnahme an der Jugendolympiade in Singapur sportlich nochmal einen draufsetzen und auch 2012 konnte mit der Teilnahme an der U20 WM in Barcelona nochmals ein sportliches Highlight für die junge Athletin markieren. „Anfang 2015 habe ich dann allerdings aufgehört. Ich hatte einfach keine Lust mehr, ich wollte arbeiten und wollte kein Sport mehr machen“ gibt Noémie heute zu.
Die Sache mit dem Druck
Ganz so ohne Sport ging es dann doch nicht, denn in den zwei Jahren spielte sie in Petingen Handball. „Ende 2016 rief mich allerdings meine Trainerin aufs Büro an und hat einfach nachgefragt, ob ich nicht mal wieder zum Training kommen wolle“ führte sie fort und verriet, wie es sie doch auch zu dem Zeitpunkt immer noch störte die 50 Meter-Marke nicht geknackt zu haben: „Der Rekord lag bei 49,79 m und es hat mich immer wieder gestört, dass ich diese 50 Meter nicht erreicht hatte.“
Seit dem Comeback läuft es bei Noémie nochmals deutlich besser als davor: „Ich nehme das Ganze jetzt ernster. Arbeite härter und setzte nicht mehr so viele andere Dinge über den Sport. Das habe ich früher nicht so getan“ gibt sie erwachsen zu und blickt mit einem Auge zurück in die Vergangenheit. „Ich kann auch jetzt besser mit Druck umgehen. Ich habe mir früher immer selbst so viel davon gemacht, heute gehe ich von Schritt zu Schritt und versuche den Druck gar nicht aufkommen zu lassen.“
Diese Einstellung hilft ihr auch bei der Einschätzung ihrer künftigen Ziele. „Klar habe ich Wünsche und Träume, Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und die olympischen Spiele. Aber daran denke ich jetzt nicht. Aktuell gehe ich wie gesagt von Tag zu Tag.“ In den nächsten Tagen steht für Noémie dann übrigens ihre fünfte Teilnahme an den JPEE (Spiele der kleinen Staaten von Europa) in Montenegro an.
