Gestern bei einem Meeting im bosnischen Zenica stoß der Luxemburger Kugelstoßer mit 21,29 m einen neuen Landesrekord. Was ihm zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bewusst war – diese Kugel sollte ihm auch die Tür zu seiner ersten Teilnahme an den Olympischen Spielen ermöglichen.
Was ist ihnen im Moment des Stoßes durch den Kopf gegangen?
Man weiß eigentlich, dass es ein guter Stoß ist, weil man das Gefühl hat, die Kugel sei relativ leicht in dem Moment wo man sie wegstößt. Dann ist natürlich immer ein bisschen die Spannung da, das Abwarten bis abgemessen wurde. Meistens weiß man allerdings davor schon wie weit es gehen könnte. Danach ist es natürlich die Freude, die überwiegt, wenn man die Zahl sieht und weiß es ist ein neuer Rekord.
Was bedeutet es ihnen diesen neuen Rekord aufgestellt zu haben?
Eigentlich zeigt es mir in erster Linie, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Sogar ein wenig weiter als das, was wir bis zum jetzigen Zeitpunkt eingeplant hatten. Mit dem Blick auf die ganze Saison war ich eigentlich davon ausgegangen in ungefähr zwei Wochen diese Marke zu erreichen, dass ich sie natürlich jetzt bereits abgehackt habe ist dann natürlich umso besser. Dazu habe ich alle nötigen Normen erreicht, also können wir jetzt unsere weiter Saison so planen wie es für uns am besten ist.
Und die Teilnahme bei den Olympischen Spielen?
Direkt nach dem Stoß wusste ich davon natürlich noch nichts, eigentlich war ich der Überzeugung, dass ich die erst deutlich später erreichen könnte. Etwas später klingelte dann allerdings man Telefon und mir wurde mitgeteilt, dass ich gerade die Norm für Tokio 2020 geschafft habe. Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Revanche für das letzte Mal, als der Kopf nicht so richtig mitgespielt hat und ich dann die Olympischen Spiele vor dem Fernseher verfolgen musste. Das Ganze ist natürlich jetzt gerade einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Es ist wohl das größte, was man als Sportler erreichen kann, eigentlich schwer in Worte zu fassen.
Was ist für Bob Bertemes in Zukunft möglich?
Das ist natürlich immer richtig schwer zu beantworten und zu sagen. Es kann noch alles drin sein aber es kann auch alles schiefgehen. Ich könnte zum Training gehen und mich verletzen. Aber das ist nicht so einfach zu sagen, ich hoffe natürlich, dass es weiter nach oben und nach vorne geht. Wenn ich mit meinem Trainer über die Technik rede, dann ist er schon sehr zufrieden, aber grundsätzlich ist in allen Bereichen noch Luft nach oben und genau sagen was die Zukunft bringt, kann man eh nie.
Interview von Daniel Baltes
