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Football

Kaerjeng in der Krise

Der Traditionsklub kennt sich in Luxemburg eigentlich nur in den oberen Etagen aus. Reißen die Mannen rund um Trainer Zenner das Ruder allerdings nicht geschwind rum, könnten in der nächsten Saison eventuell der herrliche Geruch von lauwarmem Bier aus der ersten Division auf sie warten.

Vor dieser Saison kam es zum großen Gekeuche als die endgültigen Teilnehmer der Ehrenpromotion feststanden. Selten gehörten so viele No-Names der nationalen Fußballszene einer derart hohen Liga an wie in diesem Jahr. (Corona sei Dank) Medernach, Berbourg, Bettembourg, Mersch sind nur ein paar Beispiele von Mannschaften, die sich in den vergangenen Jahren eigentlich in den unteren Sphären der nationalen Fußballklassen herumgetrieben haben. Dementsprechend niedrig waren die Erwartungen vieler Fans vor dieser Saison puncto Niveau und Spannung. Nun, fünf Spieltage nach dem Anpfiff der Ehrenpromotion dürfte dem ein oder anderen dieser nörgelnden Beobachter beim Blick auf die Tabelle die Kieferknochen auf den kalten Erdboden knallen. Tabellenletzter mit null Punkten und einer Tordifferenz von -12 ist nicht etwa einer dieser No-Names, Tabellenletzter mit genau dieser Ausbeute ist UN Kaerjeng 97.

Was war passiert?

Nach dem Abstieg aus der BGL-Ligue von Kaerjeng im Jahr 2017 hatte man in den letzten drei Jahren eigentlich immer wieder ordentlich abschneiden können. Zwar hatte es nicht mehr zum Aufstieg gereicht, doch fehlte jedes Jahr nicht sonderlich viel hierzu. In der ersten Ehrenpromotion-Saison war es der dritte Tabellenplatz, danach Platz Fünf, im vergangenen Jahr dann Platz Vier. Zum diesjährigen Saisonauftakt traten die Mannen der Union vor eigenem Publikum gegen Canach an. Diese hatten vor diesem Spiel seit 2018 nicht mehr gegen Kaerjeng gewinnen können. Umso unerwarteter kam der souveräne 2:0 Erfolg von Canach. Doch ist nach einem Spieltag noch keine Krise perfekt, immerhin gehörte die Mannschaft aus Canach bereits vor der Saison zum erweiterten Kreis der Top-Mannschaften. Auch die Niederlagen gegen Rümelingen und US Esch am zweiten respektive vierten Spieltag wären alleine eigentlich noch kein größerer Grund zur Sorge gewesen. Am dritten Spieltag allerdings, geriet man zuhause gegen Weiler la Tour mächtig unter die Räder und verlor mit 1:5 gegen den eigentlichen Außenseiter. Dazu kam die Niederlage am fünften Spieltag gegen die Mannschaft aus Junglinster. Die fünfte Niederlage im fünften Spiel machte den Fehlstart und die Krise perfekt.

Und warum?

Würde es eine einfache Antwort auf die Frage „Warum“ geben, dann wären die Kaerjenger wohl nicht am letzten Tabellenplatz. Und würden wir diese Antwort kennen, dann würden wir wohl ab der kommenden Woche irgendwelche Trainerbank hüten und nicht über solche schreiben. Einer, der sich lange mit den Gründen auseinandergesetzt hat ist Trainer David Zenner. „Die aktuelle Situation ist natürlich richtig schlecht. Wir hatten uns vorgenommen herauszufinden, wo unser Maximum liegt nur von dem sind wir aktuell noch Lichtjahre entfernt“ schätz dieser die aktuelle Situation ein. Bei der Suche nach den Gründen führt der Trainer vier verschiedene Aspekte ein. Neben dem Verletzungspech, mit fünf verletzten Stammspielern, sei es der fehlende Wille einiger erfahrener Spieler Verantwortung zu übernehmen, sowie die fehlende Erfahrung junger Spieler und natürlich die aktuelle Negativspirale, welche alles nur noch schlimmer macht. „Wir haben uns vorgenommen viel mit jungen Spielern zu arbeiten in diesem Jahr. Allerdings braucht man, um diese zu integrieren ein stabiles Gerüst und das fehlt uns im Moment einfach“ versucht Zenner die Problematik weitergehend zu erläutern. Angesprochen auf seine Personalie will sich Zenner nicht großartig äußern: „Natürlich bin ich optimistisch, dass wir das Ruder noch rumgerissen bekommen. Ich und mein Staff geben jeden Tag das Maximum, aber am Ende des Tages ist man als Trainer einfacher auszutauschen als ein andere Personalie.“

 

 

Anmerkung der Redaktion: 

Passend zum Optimismus von Zenner konnte Kaerjeng am vergangenen Spieltag mit einem 4:0 Erfolg gegen Berbourg einen ersten Befreiungsschlag setzen.

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Date de publication: 17 octobre 2020

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