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Football

„Was ist der Sinn vom Luxemburger Sport ohne Zuschauer?“

Vor wenigen Stunden hat Dan Kersch auf einer Pressekonferenz neue Einschränkungen angekündigt. Kurz davor hatte die FLF zusammen mit der LFL berits erklärt, dass man die Liga bis zum 22.November nach der Länderspielpause aussetzen wolle. Wir haben uns mit ein paar Funktionären aus der BGL-Ligue darüber unterhalten:

Pascal Welter – Sportdirektor Fola Esch

Über den Restart am 22.11…

„Wenn man die positiven Fälle anschaut, dann wäre das Weiterspielen nichts weiter als eine Verfälschung gewesen, wenn am Ende nur zwei von sechs Spielen gespielt werden. So haben die Vereine Zeit sich zu reorganisieren, damit in 3 Wochen wieder gespielt werden kann. Durch die Länderspielpause fällt ja jetzt auch nur noch ein weiterer Spieltag weg.“

Über die Wichtigkeit der Jugend…

„Das ist eine sehr wichtige Entscheidung, dass das weitergehen kann. Nicht nur in der Jugend, sondern im ganzen Sport. Wäre das nicht mögliche, hätte man danach fast ein ganzes Jahr verloren und das holt man nie wieder auf. Wir haben in den letzten drei Tagen an einem Konzept gearbeitet, welches die Gemeinde noch durchwinken muss. Da hatten wir eigentlich geplant den Platz in acht Zonen einzuteilen, das wurde uns vom Minister ja nun verboten, so dass wir uns mit sechs zufriedengeben muss. Aber allgemein ist das unglaublich wichtig. Nicht nur die Jugend, auch weiteren Senior-Spieler und Damen sind ganz wichtig. Für uns ist entscheidend, dass unsere Athleten ihren Sport machen könne.“

Über die geschlossene „Buvette“…

„Erstmal sind das finanzielle Einbüße. Dazu kommt der Fakt, dass die dritte Halbzeit komplett wegfällt. Und wer sich im Mannschaftsport auskennt, der weiß, dass die dritte Halbzeit eigentlich essentiell für die Stimmung ist. Das wird sicher fehlen, aber auch das werden wir verkraften können.“

 

Michael Schenk – Präsident FC Wiltz 71

Über den Restart am 22.11…

„Viele Vereine haben im Moment Corona-Fälle. Hätte man gespielt wäre man schnell wieder in die Situation gekommen, dass ein paar Spiele stattfinden und andere nicht, sowas verfälscht eine Meisterschaft. So haben wir jetzt zusammen mit der FLF Zeit ein Konzept auszuarbeiten, wie wir das ganze bestmöglich über die Bühne bringen und die Sicherheit und Gesunderheit von jedem garantieren.“

Über die Wichtigkeit der Jugend…

„Der Jugendbereich ist das A und O. Ich habe schon oft gesagt, dass Vereine, die keine Jugendarbeit machen nichts in der BGL-Ligue verloren haben. Der Hauptpunkt eines Vereines ist immer noch am Gemeinde-Leben teilzuhaben und den Kindern eine Beschäftigung zu ermöglichen. Deswegen haben wir auch schnell ein Konzept entwickelt, damit unsere Kinder nicht darunter leiden müssen. Das hat Dan Kersch ja nun auch gelobt auf seiner Pressekonferenz. Aber wir hoffen, dass es nicht nur bei den warmen Wörtern bleibt und die Vereine, die sich hier für die Kinder einsetzen entschädigt werden. Wenn nur Geld rausgeht, kann es nicht aufgehen.“

Über die geschlossene „Buvette“…

„Das ist eine Katastrophe. 100 Zuschauer ist das gleiche wie kein Zuschauer. Wir haben 250 Abonnenten. Wie sollen wir da entscheiden wer kommen darf. Im Durchschnitt haben wir 500 Zuschauer, die alle 15-20€ ausgeben (Ticket + Essen und Trinken), das Geld fehlt am Ende. Und dann muss man sich einfach mal fragen: Was ist der Sinn vom Luxemburger Sport ohne Zuschauer? Zu der „Buvette“ muss man sehen, dass nicht nur wir daran hängen. Auch Getränkelieferanten und Metzger stehen jetzt ohne diese Einnahmen da.“

 

Henri Bossi – Trainer US Hostert

Über den Restart am 22.11…

„Mit all den Infizierten ist das nur normal, dass auch der Fußball ruhen muss. Wir können weiter trainieren, das ist positiv. Man hätte natürlich auch sagen können, dass man ohne Zuschauer weiterspielt. Aber die Entscheidung wurde so genommen. Mir fehlt ein wenig die Kommunikation mit den Trainern, wobei ich in Hostert davon jetzt nicht betroffen bin. Aber im großen Ganzen sollte man versuchen gemeinsam die Lösung zu finden.“

Über die Wichtigkeit der Jugend…

„Sport ist wichtig für jeden. Die Idee mit 4 Spielern plus den Trainer ist gut. Das ermöglicht es dann auch endlich mal etwas individueller zu trainieren, was ja eigentlich gemacht werden sollte, nur nicht immer der Fall ist.“

Über die geschlossene „Buvette“…

„Bei uns war die die ganze Zeit geschlossen, bei anderen nicht. Finanziell glaube ich nicht, dass das so einen großen Einfluss hat. Aber sozial fehlt ohne das Aufeinandertreffen und die Diskussionen natürlich etwas.“

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Date de publication: 29 octobre 2020

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